Jahreslosung 2020

Ich glaube;
hilf meinem Unglauben!

Markus 9,24

Vertraue und versuche

So wie Petrus
in der dunklen Nacht
zwischen Sturm und Wellen.
Während sich Angst und Verzweiflung auf dem Boot breit machen.
Während Fragen hochkommen, die man doch nicht auszusprechen wagt:
Werden wir das überleben?
Werden wir diese Nacht, diesen Sturm, dieses Leben überleben?

Die einen halten sich an der Reling des Bootes fest.
Einer schaut auf das Segel, das vom Sturm schon eingerissen ist.
Ein Dritter merkt, dass sein Magen das nicht mehr lange mitmacht.
Ihm ist so schlecht.
Ist ja auch so:
Schlecht sieht es aus auf dem Boot.

Und dann schreit einer auf.
Da vorne!
Seht nur!
Auf dem Wasser da ist doch einer!
Sie reißen die Augen auf.
Schauen in die dunkle, wilde Nacht.

Ja da ist einer, sagen alle.
Und wieder erwischt sie ein Schwall Wasser im Gesicht.
Ein Geist.
Ein Seegeist.

Sie haben Kopfkino.
Jetzt geht nichts mehr.
Das Boot ist immer noch Spielball der Wellen.
Wie eine Nussschale wird es hin und her geschaukelt.

Jetzt ist hier bald Schluss.

Nur einer ist da,
der hat was dagegen zu setzen:
Vier gute Worte.

Ihr Lieben,
vielleicht ist das die Vorbedingung für Vertrauen.

Petrus – ich mag ihn –
Er klettert über die Reling – sagt die Bibel –
Voll Vertrauen.
Er denkt,
wenn es Jesus ist der da auf dem Wasser geht,
dann will ich bei ihm sein.
Besser als hier in dem Boot.

Er guckt nach vorn.
Er glaubt dem Satz: „Es ist der Herr!“

Und die Bibel erzählt, dass seine Rechnung aufgeht.
Ein paar Schritte hält sein Vertrauen.

Und dann?
Er stellt fest: Oh… ich gehe auf dem Wasser und da sind sie ja immer noch, die Wellen und der Wind – das kann doch nicht zusammenpassen